Publikum der Print 3D Future Vorträge

Print 3D Future – Vorträge

Im großen Saal des Odeon Theaters wurde dem Thema 3D Druck auch der gebührende Raum geboten. Der schöne Kontrast korinthischer Säulen zur „state-of-the-art technology“ bildete einen beeindruckenden Rahmen zu den Keynotes der Vortragenden.  Hier die Zusammenfassung der meiner Meinung nach spannendsten Vorträge.

Cathy Lewis – 3D Systems

Wenn der 2.größte Hersteller von 3D Druckern seinen Chief Marketing Officer zu einer europäischen Konferenz schickt ist das schon mal per se eine kleine Sensation. Cathy Lewis nutze die Gelegenheit und gab nicht nur einen kleinen Überblick über die Geschichte der Firma (3D Systems brachte 1989 den ersten Stereolithographie Drucker auf den Markt) sodern zeigte auch auf wohin die kommerzielle Verwendung der Technologie in den nächsten Jahren führen wird.

Cathy Lewis auf der Print 3D Future Konferenz

Cathy Lewis auf der Print 3D Future Konferenz

Die 3 großen Einsatzbereiche sind

  • Protypen Erzeugung (in der F&E)
  • Modelle (Anschauungsstücke für Architekten, etc.) und
  • Kleinserien (also verwendbare Objekte wie Schmuck, Ersatzteile, etc.)

Ein wichtiger Punkt von Cathy Lewis: Die Materialien werden mindestens genauso wichtig wie die Drucker – von deren vielfältigen Eigenschaften wird die Verwendbarkeit der Kleinserien und Prototypen abhängen und hier ist sicher noch viel zu tun.

Die Einsatzbereiche in denen 3D Systems bisher erfolgreich war ist so zum Beispiel Protoyping in der F&E für das Militär. So kamen viele Teile in der Weiterentwicklung von US Kampfjets zuerst als Prototypen aus 3D Druckern und wurden erst dadurch testbar und erfolgreich beim Käufer (den US Streitkräften) plaziert.

Auch im Motorsport wie der Formel 1 werden viele neu entwickelte Teile erst mit Rapid Prototyping getestet, bevor diese dann im echten Rennauto eingebaut werden – anders können heute modere Rennteams gar nicht mehr mit der Entwicklung Schritt halten. Der Medizinbereich ist ein weiterer wichtiger Sektor – von Zahnspangen über 3D gedruckte „customfit“ Gipsverbände bis hin zu Prothesen und sogar Organen geht die Entwicklung und wird in der aktuellen Medizin immer wichtiger.

Neue Trends, die sich noch nicht abschätzen lassen aber sicher auch interessant werden sind Essensdrucker (Zucker und Schokolade sind schon auf der CES 2014 präsentiert worden), und Mode. Hier wird aber sicher noch einiges in die Materialforschung zu investieren sein.

Dean Ciric – Fabmaker

Auch spannend war Dean Cirics Vortrag zum Thema 3D Druck im Unterricht als Antwort auf den Fachkräfte Mangel in den Industrieländern. Durch den demographischen Wandel werden wir in Europa weniger Menschen und müssen uns höher spezialisieren um weiterin erfolgreich am globalen Markt agieren zu können.

Dean Ciric auf der Print 3D Futur Konferenz

Dean Ciric auf der Print 3D Futur Konferenz

Sein Ansatz zielt auf den Unterricht in Schulen und Fachhochschulen ab, die durch den Umgang mit 3D Druckern die Kinder früh mit der Technologie vertraut machen sollen und mittles fächerübergreifender Einsatzmöglichkeiten deren Kreativität fördern sollen – quasi Werken 2.0

Damit wird die Jugend auf neue Jobs in diesem Bereich wie z.B dem des 3D Modellierers vorbereitet. Interessant daran ist dass in den USA und seit neuesten auch England der 3D Druck bereits Teil des Lehrplans ist !

Spannend könnte in naher Zukunft für die Finanzierung solcher Projekte auch für Kooperationen mit Unternehemn wie der VÖST, oder Magna sein, die eine Modell-Klasse mit 3D Druckern in Linz oder Graz fördern könnten um genau diese Bildungslücke proaktiv zu schließen.

Petri Vasara, Pöyry Management Consulting

Auch der kommerzielle Aspekt des 3D Druckes kam nicht zu kurz. So hat Petri Vasara von Pöyry Management Consulting klargestellt, dass der 3D Druck aus seiner „Nerd“ Ecke kommen muß um als echte Technologie ernstgenommen zu werden. Solange die Leute 3D Druck hauptsächlich mit dem ausdrucken von „Meister Yoda / Star Wars“ – Figuren verbinden ist es definitiv noch nicht so weit.

Petri Vasara auf der Print 3D Future Konferenz

Petri Vasara auf der Print 3D Future Konferenz

Natürlich hat er auch die rechtlichen Aspekte des Copyrights hingewiesen, aber der  wesentlichste Teil seiner Ausführung war der Tipp wo das Geld im 3D Druck liegt. Hier beruft er sich auf die Analogie zum 2D Druck und anaylisiert – der Drucker wird dem Kunden geschenkt –  im Druckmaterial liegt wesentlich mehr Potential um Geld zu machen.

Adrian Bowyer Gründer Rep Rap 

Der wohl zentralste Vortrag des Tages stammt Adrian Bowyer, Gründer des Rep Rap Projects, des open Source Software 3D Druckers. Das Werk des emeritierten Professors an der University of Bath, UK wird vom Guardian folgendermaßen beschrieben: „[RepRap] has been called the invention that will bring down global capitalism, start a second industrial revolution and save the environment…“

Adrian Bowyer auf der Print 3D Future Konferenz

Adrian Bowyer auf der Print 3D Future Konferenz

Und tatsächlich geht seine Vision weit über den kommerziellen Zweck des 3D Druckers hinaus, denn er sieht darin einen Weg den Naturgesetzen zu entsprechen. Indem diese Drucker in der Lage sind sich größtenteils selbst zu reproduzieren sind sie eine Methode des Bauens, wie auch die Natur sie verwendet, um z.B. Bäume wachsen zu lassen oder Tiere und Menschen. Mit diesem Erfolgsrezept wird diese Technologie zwangsläufig herkömmliche Produktionen die Dinge zusammensucht und zusammenbaut zwangsläufig ersetzten und eine neue Ära einläuten.

Wahrhaft inspierierend!

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